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Samstag, 6. September 2014

Zu Besuch in Rostow am Don - Teil 5 (Flüchtlingslager)

Wie bereits berichtet, haben wir zwei russische Flüchtlingslager, nahe der Grenze zwischen der Ukraine und Russland besucht, und mit den dort lebenden Menschen gesprochen. Interviews mit Flüchtlingen die gerade über die Grenze gekommen sind, findet ihr in unserem letzten Blogeintrag.

Bei beiden Lagern die wir besucht haben, handelte es sich um Aufnahmelager, in denen die Flüchtlinge normalerweise etwa ein bis zwei Wochen bleiben. Das erste, kleinere Lager mit etwa 200 Flüchtlingen befand sich in der Nähe von Gukovo. Das zweite Lager, in dem etwa 2000 Leute einquartiert waren, befand sich in der Nähe der russischen Stadt Donezk, die nicht mit der Millionenstadt Donezk im Donbass zu verwechseln ist. Man hat uns erklärt, dass ständig Listen mit freien Plätzen in unterschiedlichen Orten in ganz Russland aufgelegt werden, wo sich die Flüchtlinge, auch gemäß ihrer persönlichen Präferenz, eintragen können. So wurden in den Lagern ständig Plätze für Neuankömmlinge frei. Mittlerweile hat man sie aufgrund der bereits sinkenden Temperaturen abgebaut.

Die folgenden Gespräche wurden im zweiten und größeren Lager am 9. August 2014 geführt. Vergesst nicht, dass ihr deutsche Untertitel aktivieren könnt. Eine allgemeine Zusammenfassung unserer Eindrücke von der Grenze und den Lagern findet ihr übrigens hier.

Donnerstag, 28. August 2014

Auf Besuch in Rostow am Don - Teil 4 (an der Grenze)

Einige Zeit hat es gedauert, aber nun haben wir es geschafft, unsere ersten Interviews mit Flüchtlingen aus der Ukraine zu übersetzen und hochzuladen. Die folgenden Videos wurden am 9.8.2014 am Abend am Grenzübergang Gukovo aufgenommen.

Wir haben uns etwa eine Stunde am späten Abend dort aufgehalten, und konnten selbst um diese Zeit beobachten, wie zahlreiche Flüchtlinge über die Grenze gekommen sind. Meistens handelte es sich um Frauen mit ihren Kindern. Zwei davon haben wir interviewt (vergesst nicht dass ihr deutsche Untertitel aktivieren könnt):

Samstag, 19. Juli 2014

Kniende Berkut Polizisten

Auf diesem Video sieht man wie Berkut Polizisten sich vor einer Menge für Verbrechen entschuldigen, die sie mit großer Wahrscheinlichkeit gar nicht begangen haben.

Bis heute ist die Identität der Scharfschützten und ihrer Hintermänner, die für das am 20. Februar 2014 in Kiew verübte Massaker verantwortlich sind, ungeklärt. Tatsächlich besteht der akute Verdacht, dass die Sniper vom Maidan, deren Auftauchen die Situation entscheidend zu Ungunsten von Janukowytsch eskaliert hat, aus der Opposition selbst stammen. Das legt nicht nur ein abgehörtes Telefonat zwischen Estlands Außenminister und der EU-Außenbeauftragten Ashton nahe, sondern auch die Recherchen des ARD Magazins Monitor.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Antifa-Gruppe wird vom Maidan vertrieben

Auf dem folgenden Video seht ihr wie die linke Antifa-Gruppe Borotba vom Maidan vertrieben wird. Es ist (ohne Untertitel) auch in diesem Standard-Artikel verlinkt.

Donnerstag, 15. Mai 2014

Telefongespräch zwischen dem Oligarchen Igor Kolomojskyj und dem Politiker Oleg Zarjow

Kolomojskyj ist ein ukrainischer Multimilliardär und Oligarch. Er wurde Anfang März 2014 zum Gouverneur von Dnipropetrowsk ernannt. Er arbeitet für die Kiewer Regierung und war einer Sponsoren des Euromaidan.

Zarjow ist ein ukrainischer Politiker. Er ist Mitglied des Parlaments und vertritt die Interessen der Süd- und Ostukraine. Während der Krise 2014 forderte Zarjow eine Änderung der ukrainischen Verfassung in Richtung eines föderalen Systems und mit großer Autonomie für die Landesteile der Ukraine. Im April 2014 wurde er aus der Partei der Regionen ausgeschlossen. Er tritt als unabhängiger Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen im Mai 2014 an. Am 14. April 2014 wurde Zarjow in Kiew nach einer TV-Sendung von einer Gruppe des Maidan brutal überfallen und krankenhausreif geschlagen.

Kolomojskyj: Hallo.

Zarjow: Hi.

Kolomojskyj: Wo bist du? Dort?

Zarjow: Ja, dort.

Kolomojskyj: Wie geht’s dir?

Zarjow: Gut.

Kolomojskyj: Es ist dort eine große Unannehmlichkeit passiert. Ein Jude aus der jüdischen Gemeinschaft von Dnepropetrovsk wurde ermordet.

Zarjow: Was ist mit ihm geschehen?

Kolomojskyj: Also, ein Jude aus der Jüdischen Gemeinschaft von Dnepropetrovsk ist gestorben. Ich bin jetzt in der Synagoge.

Zarjow: Wieso war er dort?

Kolomojskyj: Es ist egal wieso er dort war. Es wurde gesagt, dass man für deinen Kopf, bljat (böses Wort) , schon viel Geld zahlen wird.

Zarjow: Für meinen?

Kolomojskyj: Ein Million Dollar. Für deinen, ja. Man sagt dass sie überall nach dir suchen werden. Ich habe dir das einfach gesagt. Ich wollte, dass du weißt, dass es für dich besser ist, in Moskau zu bleiben und nicht herauszufahren.

Zarjow: Ich wollte dir was sagen. In Afrika gibt es solche…

Kolomojskyj: Morgen wird man nach deinen Leuten suchen.

Zarjow: In Aftika gibt es solche... so ein Gift...

Kolomojskyj: Hör zu, Scheiß drauf, was es in Afrika gibt. Erzähl mir keine Geschichten. Ich sage dir jetzt, dass man in der Synagoge vor dem Sabbat gebetet hat. Es wurde für den Ermordeten gebetet, für Schlemkevich, den Juden, der in Mariupol ermordet wurde, bljat.

Zarjow: So ist...

Kolomojskyj: Es wurde gesagt, dass Zarjow an allem schuld sei, bljat. Und Morgen wird man nach all deinen nahen Verwandten suchen, bljat. Sag ihnen, dass sie alle besser von hier verschwinden, weil wir sie strangulieren werden, bljat… Ich sage, weißt du, sag es auch Markov, dass er besser nicht hierher fährt. Ich meine in die Ukraine. Auf keinen Fall! Hallo…

Zarjow: Ruf mich bitte nicht mehr an! Ruf mich nicht mehr an, Igor!

Kolomojskyj: Ich soll dich nicht mehr anrufen? Ok, Tschüss.

Zarjow: Ok, Tschüss.