Bei unseren Gesprächen in Rostow am Don sind wir mehrfach mit dem Gerücht konfrontiert worden, dass es beim Bürgerkrieg im Donbass nicht ganz zuletzt auch um Schiefergas geht. Tatsächlich besitzt die Ukraine die drittgrößten unkonventionellen Gasvorkommen in ganz Europa. Auf dieser Karte, die wohl für potentielle Investoren ins Netz gestellt wurde, sieht man sehr schön, wo die Felder liegen:
- Das Oleska-Feld liegt im Westen der Ukraine. Hier sind Chevron und Eni aktiv.
- Das Yuzivska-Feld, in dessen Zentrum sich pikanterweise die ehemalige Rebellenhochburg Slavyansk befindet, grenzt an Donezk. Hier ist Shell massiv involviert.
- Um Donezk und Luhansk gibt es Vorkommen an so genanntem Coal bed methane.
- Zwar nicht mehr in der Ukraine, aber in diesem Zusammenhang interessant, sind auch die Offshore Gasvorkommen vor der Krim. Hier wollten scheinbar Exxon Mobil und Shell zum Zug kommen.
Wenn man sich nun noch in Erinnerung ruft, dass vor Kurzem Hunter Biden, der Sohn des US-Vizepräsidenten eine Spitzenposition beim ukrainischen Gasproduzenten Burisa angenommen hat, ergibt sich insgesamt ein sehr unschönes Bild.
Sicher folgt aus dem eben gesagten nicht, dass es im Ukraine-Konflikt primär um Schiefergas geht, aber ganz ausblenden sollte man diese Komponente auf jeden Fall nicht.
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